| |
|
Betonungsregeln
Da die Thai-Sprache eine
tonale Sprache ist, kommt der Betonung einer Silbe oder
eines Wortes (die meisten - aber nicht alle - Thai-Wörter
bestehen aus nur einer Silbe) eine besondere Bedeutung zu.
Oftmals entscheidet bei sonst absolut gleich aussehenden
oder gleich klingenden Silben alleine die Betonung, was
man damit ausdrückt.
In der folgenden Tabelle sind
die Unterschiede anhand der Silbe gô demonstriert.
Wenn die Silbe in der jeweiligen Betonung eine übersetzbare
Bedeutung hat, ist sie darunter aufgeführt. Hören
Sie die Beispiele an:
|
ohne Tonzeichen
|
|
mittlerer Ton
|
|
|
mit MAI EEK
|
|
niedriger oder fallender Ton
|
|
|
mit MAI THOO
|
|
fallender oder hoher Ton
|
|
|
|
mit MAI DSCHATAWA
|
|
steigender Ton
|
|
|
|
|
|
|
|
Aber Achtung: Das gilt nicht
immer. Hier ein Beispiel mit den Silben süa,
kha:u und khau:
|
ohne Tonzeichen
|
mit MAI EEK
|
mit MAI THOO
|
mit MAI TREE
|
mit MAI DSCHATAWA
|
|
bei langem Vokal:
steigender Ton
|
tiefer Ton
|
fallender Ton
|
(ungültig)
|
(ungültig)
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Warum Silben mit MAI
TREE und MAI DSCHATAWA
ungültig sind, werden wir gleich erfahren.
Nicht nur bei - bis auf das
Tonzeichen - gleich geschriebenen Wörtern besteht Verwechslungsgefahr.
Im folgenden Beispiel werden alle Wörter als ma:
ausgesprochen, auch wenn sie teilweise unterschiedlich geschrieben
werden. (Wir werden später lernen, dass Ë
[ho: hib] in diesem Beispiel ebenfalls als Tonzeichen
gewertet und nicht ausgesprochen wird.)
|
tief
|
mittel
|
hoch
|
steigend
|
fallend
|
|
|
|
|
|
|
Hören Sie einmal diesen
Satz: ã¤Ã ¢ÒÂ
ä¢è ä¡è .
Wer schon fleißig Konsonanten gelernt hat, kann darin
bereits zwei Wörter erkennen. Wenn Sie einmal auf einem
Markt sind und Eier kaufen wollen, können Sie so fragen,
denn es heißt: Wer verkauft Hühnereier?
Diese Beispiele demonstrieren,
wie wichtig die richtige Aussprache ist. Wenn eine Silbe
falsch ausgesprochen wird, ändert sich ihre Bedeutung
total. Eine falsche Betonung führt nicht selten zu
heiteren bis peinlichen Situationen. Da das Regelwerk der
Thai-Ton-Gesetze aus am Anfang schwer überschaubaren
26 Regeln besteht, kann ich nur empfehlen, die Beispiele
immer und immer wieder anzuhören, bis sie als Ganzes,
d. h. inklusive der richtigen Aussprache, erlernt sind und
sitzen.
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
Leider sind die Tonregeln das Schwierigste
an der Thai-Sprache. Wie wir bereits gelernt haben, hat jede
Silbe einen bestimmten Ton: mittel, tief, hoch, fallend oder
steigend. Ein falscher Ton ergibt eine falsche Bedeutung!
Mittel / Tief / Hoch das
hört sich nach Singsang an, ist es aber nicht. Bitte
anhören!
Dabei ist zu hören, dass die
Töne durchaus nicht auf gleicher Höhe ausgesprochen
werden. Tief und Hoch sind meist ein wenig steigend oder fallend.
Achten Sie noch einmal darauf.
Die steigenden oder fallenden Töne
sind jedoch weit mehr ausgeprägt in ihrer Tonänderung.
Und jetzt einmal gegenüber
gestellt:
hoch und fallend sowie tief und steigend.
Grafisch lässt sich der Tonverlauf
in etwa so darstellen:

Der steigende Ton wird manchmal
auch als fragender Ton bezeichnet. Ich folge dem absichtlich
nicht, weil diese Betonung im Thailändischen nichts
mit Fragen zu tun hat.
|
|
|
|
Die Betonung der Silben
|
|
|
| |
|
Eines der Kriterien, mit denen die Betonung
der Silben festgelegt wird, ist die Unterteilung der Konsonanten
in drei Klassen: Mittlere, Hohe und Tiefe. Zumindest die Klassen
Mittel und Hoch müssen erlernt werden - Konsonanten,
die darin nicht enthalten sind, gehören automatisch zur
tiefen Klasse.
|
Die drei Konsonanten-Klassen
|
| Mittel
| ¡,
¨, ®,
¯, ´,
µ, º,
», Í
|
| Hoch
| ¢,
£, ©,
°, ¶,
¼, ½,
È, É,
Ê, Ë
|
| Tief
| ¤,
¥, ¦,
§, ª,
«, ¬,
, ±,
², ³,
·, ¸,
¹, ¾,
¿, À,
Á, Â,
Ã, Å,
Ç, Ì,
Î
|
Die Bezeichnung mittel,
hoch und tief ist nicht besonders
glücklich gewählt, weil sie keineswegs die Bezeichnung
des Sprechtons ist. Wir wollen diese Bezeichnungen dennoch
beibehalten, weil sie die wörtlichen Übersetzungen
der Thai-Bezeichnungen sind.
|
|
|
|
Konsonanten-Klassen
|
|
|
| |
|
Um den Sprechton zu ermitteln,
müssen weitere Kriterien beachtet werden. Diese sind:
- Länge des Vokals -
kurze Vokale werden anders als lange betont.
- Schlusslaut - Unterschiede
bei offenen oder geschlossenen Silben.
- Tonzeichen - Ist ein
Tonzeichen vorhanden oder nicht?
Während Vokallänge und
Tonzeichen eindeutig sind, ist die Untersuchung des Schluss-Lautes
etwas komplizierter. Berücksichtigt werden dabei zwei
verschiedene Silbentypen, die ihrerseits wieder von sog. Lautgruppen
abhängig sind. Schauen wir uns zuerst die Gruppierung
der Laute und dann die Silbentypen an.
|
|
|
|
Weitere Kriterien
|
|
|
| |
|
Die Konsonanten lassen sich in vier Lautgruppen
einordnen.
|
1.
|
| Verschlusslaute
beenden eine Silbe ohne Nachklingen. Sie werden
auch als K-P-T zusammengefasst,
weil sie Laute wie g(k), kh, b, p, ph, d, t oder
th ergeben. |
| ¡,
¢, ¤,
£, º,
», ¼,
¾,
À,
´,
®,
µ,
¯, ¶,
°,
·,
¸, ±,
² |
|
|
2.
|
| Reibelaute
|
| ¨,
©,
ª,
½,
¿,
È,
É,
Ê,
«,
Ë, Î |
|
|
3.
|
|
|
4.
|
| Sonoranten (Nasale)
|
| ¹,
³, Á,
§
|
|
|
|
|
|
Gruppierung der Laute
|
|
|
| |
|
Die Tonhöhe bei Silben ohne Tonzeichen ist abhängig
vom Typ der Silbe. Es wird unterschieden zwischen lebenden
Silben ¤Óà»ç¹ [kham
bpen] und toten Silben
¤ÓµÒÂ [kham ta:i].
|
¤Óà»ç¹
[kham bpen]
|
| 1. Konsonant + langer Vokal: |
|
ÁÒ
[ma:]
kommen
|
ÁÕ
[mi:]
haben
|
Á×
[mü:]
Hand
|
´Ù
[du:]
anschauen
|
|
| 2. Konsonant + spezieller Vokal (Ó,
ã, ä, à-Ò): |
|
·Ó
[tam]
machen
|
ã¨
[djai]
Herz
|
ä»
[pai]
gehen
|
àÍÒ
[au]
nehmen
|
|
| 3. Konsonant + Vokal + Sonorant (Nasallaut): |
|
ºÑ§
[bang]
verdecken
|
ºÒ§
[ba:ng]
dünn
|
¾Ñ¹
[pan]
tausend
|
¾Ò¹
[pa:n]
Kelch
|
¤ØÂ
[kui]
plaudern
|
ËÔÇ
[hiu]
hungrig
|
|
|
|
¤ÓµÒÂ
[kham ta:i]
|
| 1. Konsonant + kurzer Vokal: |
|
¨Ð
[dja]
werden
|
´Ø
[du]
schimpfen
|
¨Ø
[dju]
reichlich
|
âµêÐ
[to]
Tisch
|
áÅÐ
[lä]
und
|
à¾ÃÒÐ
[prô]
weil
|
|
| 2. Konsonant + Vokal + Verschlusslaut
K-P-T |
|
»Ñ¡
[pak]
sticken
|
ÇÑ´
[wat]
Tempel
|
¶Ñ´
[tat]
rücken
|
ÊÑ¡
[sak]
tätowieren
|
|
»Ò¡
[pa:k]
Mund
|
ÇÒ´
[wa:t]
zeichnen
|
¶Ò´
[ta:t]
Tablett
|
ÊÒ¡
[sa:k]
rauh,
Stampfer f. Mörser
|
|
|
|
|
|
|
Silbentypen
|
|
|
| |
|
Die Tonregeln für die
mittleren Konsonanten
Wenn ein Tonzeichen vorhanden ist,
dann bestimmt es alleine die Betonung. Der Silbentyp muss
nicht beachtet werden.
|
Tonzeichen
|
Ton
|
Beispiele |
|
è
|

Tief
|
|
|
é
|

Fallend
|
|
|
ê
|

Hoch
|
|
|
ë
|

Steigend
|
|
Achtung beim letzten Beispiel von Steigend:
Weil der Sprechton immer auf die Silbe bezogen ist, werden
bei zwei Silben in diesem Beispiel zwei Tonzeichen eingesetzt.
Warum dann nicht beim zweitletzten Beispiel von Hoch
"tugata:", das sogar aus drei Silben besteht? Ganz
einfach, weil in diesem Beispiel nur die erste der drei Silben
hoch gesprochen wird. Da die beiden letzten Silben kein Tonzeichen
haben, bedeutet das zunächst, dass sie anders
betont werden.
Etwas komplizierter ist es, wenn kein Tonzeichen
vorhanden ist, weil der Silbentyp berücksichtigt werden
muss und - abhängig davon - die Länge der Vokale
von Bedeutung sein kann.
|
Offene Silbe ¤Óà»ç¹
|
Geschlossene Silbe ¤ÓµÒÂ
|
|
Langer Vokal
|
Kurzer Vokal
|
Endlaut K-P-T
|
Endlaut Sonorant
|

Mittel
|

Tief
|

Tief
|

Mittel
|
|
|
|
(Langer Vokal)
|
(Kurzer Vokal)
|
(Langer Vokal)
|
(Kurzer Vokal)
|
|
¨Õº
[dji:p]
¡Í´
[go:t]
»Ò¡
[pa:k]
ÍÍ¡
[ô:k]
|
´Ñº
[dap]
¡Ñ´
[gat]
業
[tak]
Í¡
[ok]
|
¨Õ¹
[dji:n]
⡹
[gô:n]
»Õ¹
[pi:n]
ÍÍÁ
[ô:m]
|
´Ó
[dam]
¡Ô¹
[gin]
´Ñ§
[dang]
ºÔ¹
[bin]
|
Merke: Bei geschlossenen Silben
mit mittleren Konsonanten spielt die Länge des Vokales
keine Rolle.
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
Die Tonregeln für die hohen Konsonanten
Wenn ein Tonzeichen vorhanden ist, dann bestimmt
es alleine die Betonung:
|
Tonzeichen
|
Ton
|
Beispiele |
|
è
|

Tief
|
|
¢èÒÇ
[kha:u]
|
¢Õè
[khi:]
|
¼èÒ¹
[pha:n]
|
ÊÑè§
[sang]
|
|
|
é
|

Fallend
|
|
¢éÒÇ
[kha:u]
|
¶éÇÂ
[thuai]
|
¼Ùé
[phu:]
|
ËéÒ
[ha:]
|
|
Die Tonzeichen ê und
ë gibt es bei den hohen (und auch bei den tiefen) Konsonanten
nicht.
Ist kein Tonzeichen vorhanden, wird die Betonung
anhand folgender Tabelle bestimmt:
|
Offene Silbe ¤Óà»ç¹
|
Geschlossene Silbe ¤ÓµÒÂ
|
|
Langer Vokal
|
Kurzer Vokal
|
Endlaut K-P-T
|
Endlaut Sonorant
|

Steigend
|

Tief
|

Tief
|

Steigend
|
¢Ò
[kha:]
¶×Í
[thü:]
¼Õ
[phi:]
ÊÒÂ
[sa:i]
|
©Ð
[tscha]
à¶ÍÐ
[thö]
ÊÐÍÒ´
[sa-a:t]
ËÔÁÐ
[hima]
|
(Langer Vokal)
|
(Kurzer Vokal)
|
(Langer Vokal)
|
(Kurzer Vokal)
|
|
¢Ò´
[kha:t]
¶Ò´
[tha:t]
ÊÙº
[su:p]
ËÒ¡
[ha:k]
|
¢Ø´
[khut]
¼Ñ¡
[phak]
ÊÔº
[sip]
Ë¡
[hôk]
|
ÁТÒÁ
[ma-kha:m]
¶ÒÁ
[tha:m]
ÊÙ§
[su:ng]
¡ÅéÒËÒ
[gla:-ha:n]
|
¢ÔÁ
[khim]
¶Ö§
[thüng]
ÊÔ¹
[sin]
Ëѹ
[han]
|
Merke: Bei geschlossenen
Silben mit hohen Konsonanten spielt die Länge des Vokales
keine Rolle.
|
|
|
|
Hohe Konsonanten
|
|
|
| |
|
Die Tonregeln für die tiefen Konsonanten
Wenn ein Tonzeichen vorhanden ist, dann bestimmt
es die Betonung:
|
Tonzeichen
|
Ton
|
Beispiele |
|
è
|

Fallend
|
|
·Õè
[thi:]
|
§èÒÂ
[nga:i]
|
¾èÍ
[pho:]
|
áÁè
[mä:]
|
àÅè¹
[len]
|
|
|
é
|

Hoch
|
|
¾èͤéÒ
[pho:kha:]
|
ªéÒ§
[tscha:ng]
|
¹éͧ
[no:ng]
|
Ãé͹
[rô:n]
|
áÅéÇ
[lä:u]
|
|
Die Tonzeichen ê und
ë gibt es bei den tiefen (wie bei den hohen) Konsonanten
nicht.
Ist kein Tonzeichen vorhanden, wird die Betonung
anhand folgender Tabelle bestimmt:
|
Offene Silbe ¤Óà»ç¹
|
Geschlossene Silbe ¤ÓµÒÂ
|
|
Langer Vokal
|
Kurzer Vokal
|
Endlaut K-P-T
|
Endlaut Sonorant
|

Mittel
|

Hoch
|

Fallend
|

Hoch
|

Mittel
|
ªÒ
[tscha:]
¾Í
[pho:]
«ÍÂ
[so:i]
ÂÒ
[ja:]
àÃ×Í
[rü:a]
|
ªÐ¹Õ
[tscha-ni:]
·ÐàÅ
[tha-le:]
ÁÐÁèǧ
[ma-muang]
ÃÐÇѧ
[ra-wang]
¹Ð¤Ð
[na kha]
|
Langer Vokal
|
Kurzer Vokal
|
Langer Vokal
|
Kurzer Vokal
|
|
¢Íº
[tscho:p]
¾Ù´
[phu:t]
¹Í¡
[nô:k]
ÁÒ¡
[ma:k]
ÃÕº
[ri:p]
|
¤Ô´
[khit]
·Ø¡
[thuk]
¾º
[phop]
¹Ô´
[nit]
ö
[rot]
|
¢Ç¹
[tschuan]
·Í§
[thô:ng]
§Ò¹
[nga:n]
¹Í¹
[nô:n]
ÂÒ§
[ja:ng]
|
¤¹
[khôn]
·Ó
[tham]
¾Ñ¹
[phan]
ÃÔÁ
[rim]
ÅÔ§
[ling]
|
Merke: Bei geschlossenen
Silben mit tiefen Konsonanten wird nach der Länge des
Vokales unterschieden.
|
|
|
|
Tiefe Konsonanten
|
|
|
| |
|
Die folgende Tabelle zeigt die zusammengefassten
Standard-Regeln zur Betonung:
|
|
Mit Tonzeichen
|
Offene Silbe
|
Geschlossene Silbe
|
|
P-T-K
|
Sonorant
|
|
|
|
|
|
Lang
|
Kurz
|
Lang
|
Kurz
|
|
Mittlere
Konsonanten
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Hohe
Konsonanten
|
|
|
x
|
x
|
|
|
|
|
|
Tiefe
Konsonanten
|
|
|
x
|
x
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Zusammenfassung
|
|
|
| |
|
Die Ausnahmen und Zusatzregeln
sind so umfangreich, dass sie auf einer eigenen Seite Betonungsregeln
II dargestellt werden.
|
|
|
|
Zusatzregeln
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Letzte
Aktualisierung dieser Seite: 21.10.2003
|
|